Dr. Hü‘s Weine, Brände und Liköre

Über 1.000 Jahre Weinbau in Oberhessen gingen vor gut 100 Jahren zuende. Die „Kleine Eiszeit“, ein unglückliches Erbrecht, der Dreißigjährige Krieg und, als wäre das nicht schon genug gewesen, die Reblaus machten dieser großen Tradition ein zähes Ende. Der „Oberhesse“ wurde auf Kaiserkrönungen in Frankfurt kredenzt; seinen Untergang konnte dieser Ruhm nicht aufhalten.

Seit 2019 keltern wir auf dem Auenlandhof wieder einen ersten oberhessischen Schankwein, den „Dauemer Droppe“. Unsere knapp 1.000 Chardonnay-Reben geben einen fruchtigen, nicht gar so trocknen, leicht moussierenden Wein her, der in unserem Biergarten viele neue Freunde gefunden hat. Die jährlich 600 bis 1.000 Flaschen reichen knapp für eine Saison. Eine zweite Lage ist in Vorbereitung.

Daneben keltern wir im späten September mit Hilfe von Freunden und Nachbarn jedes Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Kilo Äpfel. Unser Äppler hört auf den hübschen Namen „Flaschengold“ und verspricht nicht zuviel.

Destille

Vom späten Herbst bis ins frühe Frühjahr läuft jeden Mittwoch die neue Destille. Edelobstbrände vor allem vom Apfel, aber auch Birnenbrände, Zwetschge oder Mirabelle laufen durch die Brennblase. Zwischen 30 und 50 Brände schaffen wir in der dunklen Jahres Zeit. Die eine Hälfte für uns, die andere brennen wir für Freunde und Bekannte „im Lohn“.

In kleinen Chargen werden dann Liköre aus den Bränden abgleitet: Kirsche, Pfirsich, Johannisbeere, Birne, was die oberhessischen Böden so hergeben. Brennmeisters Liebling: der Schlehenlikör – mit zwei Dritteln kalt gepresstem Schlehensaft. Zum Niederknien, ehrlich.

Abgabe nur an unsere Gäste auf dem Hof und – nach Verabredung – in kleinen Mengen außer Haus.

Wer neugierig ist, bucht (in Gruppen ab sechs Leuten) die „kleine“ oder „große“ Schnapsprobe. Bei der „großen“ gibt es zwischendurch ‘was zu essen. 

Fragen? Am besten mal vorbeischauen.

Oder anrufen: 0172 6538939.